Cannabis-Extrakte: Darreichungsformen und arzneimittelrechtliche Einordnung
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October 5, 2026

Cannabis-Extrakte sind pharmazeutisch aufbereitete Produkte, bei denen bestimmte Inhaltsstoffe der Cannabispflanze aus dem pflanzlichen Ausgangsmaterial gewonnen und in kontrollierter Zusammensetzung verarbeitet werden. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Cannabinoide, insbesondere THC und CBD, deren Konzentration je nach Präparat unterschiedlich sein kann. Über CannGo kann eine medizinische Online-Anfrage zu medizinischem Cannabis und einer möglichen Verschreibung gestellt werden, wobei die Entscheidung stets nach individueller ärztlicher Beurteilung erfolgt.
Was sind Cannabis-Extrakte?
Cannabis-Extrakte entstehen durch die gezielte Gewinnung bestimmter Pflanzenbestandteile und unterscheiden sich dadurch von unverarbeiteten Cannabisblüten. Ein solcher Extrakt kann mehrere Cannabinoide und pflanzliche Begleitstoffe enthalten oder auf einzelne Komponenten konzentriert beziehungsweise gereinigt sein. Zu den bekannten Inhaltsstoffen gehören THC, CBD, THCV und CBDA. Jedes Cannabinoid besitzt eine eigene chemische Struktur, weshalb die Bezeichnung Cannabisextrakt allein noch keine genaue Aussage über die Zusammensetzung erlaubt. Entscheidend sind der deklarierte Wirkstoffgehalt, die Spezifikation und die pharmazeutische Qualität des jeweiligen Produkts.
Wie werden Cannabis-Extrakte hergestellt?
Für die Herstellung von Cannabis-Extrakten werden gewünschte Bestandteile mithilfe eines geeigneten Extraktionsverfahrens aus dem Pflanzenmaterial herausgelöst. Anschließend können weitere Reinigungs- und Verarbeitungsschritte folgen, um Zusammensetzung und Reinheit entsprechend der vorgesehenen Produktspezifikation einzustellen. Eine wichtige Rolle kann die Decarboxylierung spielen, bei der saure Vorstufen bestimmter Cannabinoide in ihre neutralen Formen überführt werden. Die gewählte Herstellungsmethode beeinflusst deshalb, welche Stoffe im fertigen Produkt vorhanden sind.
Bei pharmazeutischen Cannabis-Extrakten müssen relevante Herstellungsprozesse kontrolliert und reproduzierbar sein. Ein Präparat kann entsprechend seiner Spezifikation standardisiert werden, während für pharmazeutische Herstellungsschritte die jeweils geltenden Qualitätsanforderungen, darunter gegebenenfalls GMP, maßgeblich sind. Der Begriff zertifiziert sollte sich dabei immer auf einen konkreten Standard oder Herstellungsbereich beziehen.

THC und CBD – die wichtigsten Wirkstoffe im Extrakt
THC und CBD gehören zu den bekanntesten Inhaltsstoffen der Cannabispflanze. THC ist ein psychoaktives Cannabinoid, während CBD keine vergleichbare berauschende Wirkung besitzt. Die Konzentrationen beider Substanzen können sich zwischen verschiedenen Cannabis-Extrakten deutlich unterscheiden. Neben THC und CBD kann ein Präparat weitere Cannabinoide enthalten. Davon abzugrenzen ist Dronabinol, die Bezeichnung für Δ9-THC als Wirkstoff, das nicht automatisch einem vollständigen Pflanzenextrakt entspricht. Der definierte Wirkstoffgehalt ist für Cannabis-Extrakte besonders relevant, weil dadurch nachvollziehbar bleibt, welche Konzentration eines bestimmten Cannabinoids in einer festgelegten Menge des Präparats enthalten ist.
Darreichungsformen: Tropfen, Kapseln, Öle und mehr
Cannabis-Extrakte können abhängig von der pharmazeutischen Verarbeitung in unterschiedlichen Formen angeboten werden. Die jeweilige Darreichungsform beschreibt die Gestaltung des Präparats und sollte von seiner konkreten medizinischen Verwendung unterschieden werden.
Mögliche Formen sind:
Tropfen als flüssige Zubereitung mit einem geeigneten Träger;
Kapseln als feste, definierte Arzneiform;
Öle beziehungsweise Oralöle mit einer öligen Grundlage;
Spray als flüssige und dosierbare Zubereitung;
Tee sowie eine Salbe, sofern das konkrete Produkt entsprechend vorgesehen ist.
Nicht jede dieser Formen enthält automatisch Cannabis-Extrakte. Auch eine inhalative Zubereitung ist von oralen Formen zu unterscheiden. Die jeweilige Einnahmeform gehört daher zur pharmazeutischen Charakterisierung des konkreten Präparats und nicht zur allgemeinen Definition eines Cannabisextrakts.

Vollspektrumextrakt, Breitspektrum und Isolat – galenische Unterschiede
Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat beschreiben Unterschiede in der stofflichen Zusammensetzung. Diese Begriffe bilden keine Rangfolge hinsichtlich Stärke oder Wirkungsdauer, sondern geben Auskunft darüber, welche Bestandteile der ursprünglichen Pflanze im Produkt vorhanden sind. Vollspektrum-Cannabis-Extrakte können neben THC, CBD und weiteren Cannabinoiden auch unterschiedliche Begleitstoffe enthalten. Bei einem Breitspektrum bleiben ebenfalls mehrere Komponenten erhalten, während bestimmte Bestandteile gezielt reduziert oder entfernt sein können.
Ein Isolat besteht dagegen im Wesentlichen aus einer einzelnen isolierten Substanz, beispielsweise einem bestimmten Cannabinoid. Die Einteilung beschreibt somit vor allem die galenische Zusammensetzung und ersetzt keine konkrete Angabe zu Wirkstoffen und Konzentrationen.
Rezepturarzneimittel und Fertigarzneimittel – arzneimittelrechtliche Einordnung
Ein Rezepturarzneimittel wird in der Apotheke auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung für einen bestimmten Patienten hergestellt. Ein Fertigarzneimittel wird dagegen industriell in einer definierten Zusammensetzung und Darreichungsform produziert und entsprechend den dafür geltenden regulatorischen Anforderungen bereitgestellt. Auch Cannabis-Extrakte können je nach Produkt und Verarbeitung unterschiedlich arzneimittelrechtlich eingeordnet sein. Ein vollständiger Pflanzenextrakt ist außerdem von einzelnen Wirkstoffen wie Dronabinol zu unterscheiden, selbst wenn beide cannabinoidhaltig sind. Für beide Bereiche bleibt die pharmazeutische Qualität entscheidend. Über CannGo kann eine medizinische Anfrage zu einer möglichen Cannabistherapie und Verschreibung gestellt werden; die ärztliche Entscheidung, die Herstellung und die Qualitätskontrolle sind davon getrennte professionelle Schritte.

Terpene und Begleitstoffe im Extrakt
Neben einem Cannabinoid enthält die Cannabispflanze zahlreiche weitere Substanzen. Dazu gehören Terpene, unterschiedliche Flavonoide beziehungsweise ein Flavonoid sowie Chlorophyll. Welche dieser Komponenten in Cannabis-Extrakten erhalten bleiben, hängt vom Ausgangsmaterial, vom Extraktionsverfahren und von der anschließenden Aufbereitung ab. Viele Cannabinoide sind fettlöslich, was bei der Entwicklung entsprechender Zubereitungen berücksichtigt werden kann. Die Darreichungsform kann außerdem Einfluss auf Bioverfügbarkeit, Resorption und Aufnahme haben. Nach der Aufnahme können Wirkstoffe in den Blutkreislauf gelangen und anschließend einem Metabolismus unterliegen, an dem unter anderem die Leber beteiligt ist.
Diese pharmakokinetischen Eigenschaften sind jedoch von der Einteilung in Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat zu trennen. Bei dieser Klassifikation geht es in erster Linie darum, welche Stoffgruppen ein Extrakt enthält.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Auch Cannabis-Extrakte können unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Welche Nebenwirkung auftritt, hängt unter anderem von den enthaltenen Wirkstoffen, ihrer Konzentration, individuellen Faktoren und gleichzeitig verwendeten Arzneimitteln ab. Bei Präparaten mit THC können beispielsweise Mundtrockenheit, Müdigkeit oder Schwindel auftreten. Auch CBD ist nicht grundsätzlich frei von unerwünschten Wirkungen, während andere Cannabinoide wiederum eigene pharmakologische Eigenschaften besitzen können. Relevant ist außerdem eine mögliche Wechselwirkung mit anderen Arzneistoffen. Da der Abbau bestimmter Wirkstoffe über Enzymsysteme der Leber erfolgen kann, sollte eine bestehende Medikation bei der medizinischen Beurteilung berücksichtigt werden.
Dass Cannabis-Extrakte pflanzlichen Ursprungs sind, bedeutet daher nicht, dass ihre Anwendung grundsätzlich ohne Risiken ist. Ein kontrollierter Wirkstoffgehalt, pharmazeutische Qualität und eine individuelle ärztliche Bewertung bleiben wesentliche Voraussetzungen einer medizinischen Verwendung.
Cannabis-Extrakte unterscheiden sich hinsichtlich Zusammensetzung, Wirkstoffgehalt, Herstellungsverfahren und Darreichungsform. THC, CBD und jedes weitere enthaltene Cannabinoid können je nach Präparat in unterschiedlichen Konzentrationen vorliegen, während Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat die stoffliche Zusammensetzung des jeweiligen Produkts beschreiben. Für die medizinische und regulatorische Einordnung von Cannabis-Extrakten sind außerdem Standardisierung, pharmazeutische Qualität sowie die Unterscheidung zwischen Rezeptur- und Fertigarzneimitteln relevant. CannGo ermöglicht die Online-Anfrage zu einer möglichen Cannabistherapie und Verschreibung, während die individuelle medizinische Beurteilung beim Arzt und die pharmazeutische Herstellung sowie Kontrolle bei den dafür verantwortlichen Stellen liegen.
Julia von CannGo
Online Redaktion

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